Auf einen Blick
- Ab wann: ab dem 43. Krankheitstag (nach 6 Wochen Lohnfortzahlung)
- Höhe: 70 % des Bruttolohns, max. 90 % des Nettolohns
- Maximalbetrag 2026: 128,33 ⏠pro Tag (Beitragsbemessungsgrenze-abhÀngig)
- Maximale Dauer: 78 Wochen (je Erkrankung, innerhalb von 3 Jahren)
Krankengeld beginnt nach 42 Tagen Lohnfortzahlung
Solange Ihr Arbeitgeber zahlt â in der Regel 6 Wochen (42 Tage) â erhalten Sie das volle Gehalt. Danach ĂŒbernimmt die gesetzliche Krankenkasse (GKV) mit dem Krankengeld. Voraussetzung: Sie sind gesetzlich pflichtversichert oder freiwillig versichert mit Anspruch auf Krankengeld.
Kernpunkt: SelbststĂ€ndige in der GKV sind standardmĂ€Ăig nicht krankengeldversichert â sie mĂŒssen den Krankengeld-Tarif aktiv zuwĂ€hlen und einen höheren Beitrag zahlen.
Wie hoch ist das Krankengeld 2026?
Die Berechnung basiert auf Ihrem Regelentgelt der letzten 12 Monate vor der ArbeitsunfÀhigkeit.
| Berechnungsschritt | Wert |
|---|---|
| Basis | Bruttolohn der letzten 12 Monate Ă· 365 |
| Krankengeld-Satz | 70 % des tÀglichen Bruttolohns |
| Netto-Deckel | max. 90 % des tÀglichen Nettolohns |
| Tagesmaximum 2026 | 128,33 ⏠(bei Beitragsbemessungsgrenze 5.512,50 âŹ/Monat) |
Hinzu kommen AbzĂŒge: Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge (ca. 11 % des Krankengeldes) werden vom Auszahlungsbetrag abgezogen. Das Krankengeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.
Kernpunkt: Der Progressionsvorbehalt bedeutet: Das Krankengeld selbst ist steuerfrei, erhöht aber den Steuersatz auf Ihr ĂŒbriges Einkommen. In der SteuererklĂ€rung kann das zu Nachzahlungen fĂŒhren â legen Sie dafĂŒr RĂŒcklagen an.
Wie lange wird Krankengeld gezahlt?
- Maximale Dauer: 78 Wochen je Erkrankung innerhalb von 3 Jahren (Blockfrist)
- Wechseln Sie die Diagnose, beginnt eine neue 78-Wochen-Frist
- Nach Ausschöpfung prĂŒft die Agentur fĂŒr Arbeit den Anspruch auf Arbeitslosengeld oder es erfolgt eine Erwerbsminderungsrenten-PrĂŒfung durch die DRV
Kernpunkt: Reichen Sie die Krankschreibung lĂŒckenlos ein â eine einzige LĂŒcke ohne Krankschreibung kann den Krankengeldanspruch unterbrechen und zu RĂŒckforderungen fĂŒhren.
Krankengeld und Steuern â der Progressionsvorbehalt konkret erklĂ€rt
Das Krankengeld ist zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG. Das bedeutet in der Praxis:
Wie der Progressionsvorbehalt wirkt:
- Das Krankengeld wird Ihrem zu versteuernden Einkommen fiktiv hinzugerechnet, um den anzuwendenden Steuersatz zu berechnen.
- Dieser höhere Steuersatz gilt dann fĂŒr Ihr tatsĂ€chliches, steuerpflichtiges Einkommen â nicht fĂŒr das Krankengeld selbst.
- Ergebnis: Wer im selben Jahr Arbeitslohn und Krankengeld bezogen hat, zahlt auf den Arbeitslohn einen höheren Steuersatz als ohne Krankengeld.
Beispiel (vereinfacht):
| Szenario | Steuerpflichtiges Einkommen | Steuersatz |
|---|---|---|
| Ohne Krankengeld | 35.000 ⏠| ca. 22 % |
| Mit 8.000 ⏠Krankengeld | 35.000 ⏠(+ 8.000 ⏠fiktiv) | ca. 26 % |
| Mehrsteuer | â | ca. 1.400 ⏠|
Kernpunkt: Stellen Sie bei lĂ€ngerem Krankengeldbezug einen Freistellungsauftrag beim Finanzamt, um unterjĂ€hrige Steuernachzahlungen zu vermeiden â oder legen Sie aktiv RĂŒcklagen in Höhe von 5â10 % des Krankengeldes fĂŒr die SteuererklĂ€rung zurĂŒck.
Weitere AbzĂŒge vom Krankengeld:
- Krankenversicherungsbeitrag: Arbeitnehmeranteil (ca. 8,15â8,4 % je nach Kasse)
- Pflegeversicherungsbeitrag: 1,7 % (ohne Kinder: 2,0 %)
- Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung fallen beim Krankengeld nicht an
Was Sie auĂerdem prĂŒfen sollten:
- Krankengeld-Anspruch bestĂ€tigen: Fragen Sie Ihre Kasse, ob Ihr Tarif Krankengeld einschlieĂt â besonders relevant fĂŒr SelbststĂ€ndige und freiwillig Versicherte.
- Lohnfortzahlungsdauer klÀren: Tarifvertragliche Regelungen können die 6-Wochen-Frist verlÀngern.
- Krankmeldung digital (eAU): Seit 2023 ĂŒbermitteln Ărzte die Krankmeldung direkt elektronisch an den Arbeitgeber â Sie mĂŒssen kein Papier mehr einreichen, sind aber weiterhin dafĂŒr verantwortlich, dass Ihre Kasse die Folgebescheinigungen lĂŒckenlos erhĂ€lt.