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Bluetooth-Codecs im Vergleich: LDAC überträgt dreimal so viele Daten wie SBC, hörbar ist das selten

Schwarze Bügelkopfhörer auf dunkler Oberfläche

Photo by Jason Leung on Unsplash

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Ein Codec ist das Kompressionsverfahren, mit dem Ihr Smartphone Musik über Funk an den Kopfhörer schickt.

Bluetooth hat dafür rund ein Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Eine CD-Spur braucht unkomprimiert 1,4.

Deshalb wird jede Bluetooth-Übertragung komprimiert. Die Frage ist nur, wie stark.

Die Datenrate entscheidet weniger als die Verbindung, über die sie läuft

LDAC 990 aptX HD 576 aptX 352 SBC 328 AAC 256

Maximale Datenrate in Kilobit pro Sekunde. AAC arbeitet effizienter, als die Zahl vermuten lässt.

SBC ist die Pflichtausstattung und besser als sein Ruf

Jeder Bluetooth-Kopfhörer beherrscht SBC. Er ist im Standard vorgeschrieben.

Sein schlechter Ruf stammt aus einer Zeit, in der Geräte ihn mit sehr niedrigen Einstellungen betrieben haben.

Aktuelle Smartphones fahren SBC in der Regel nahe am Maximum von 328 kbit/s.

Der Unterschied zu den teuren Verfahren ist damit deutlich kleiner geworden, als das Marketing nahelegt.

AAC ist der Apple-Weg, und auf Android die Wundertüte

Ein iPhone unterstützt weder aptX noch LDAC. Es kennt SBC und AAC, mehr nicht.

AAC erreicht bei 256 kbit/s eine Qualität, für die andere Verfahren die doppelte Datenrate brauchen. Das Verfahren ist schlicht effizienter.

Auf iPhones funktioniert das zuverlässig, weil Apple die Kodierung im eigenen Chip erledigt.

Auf Android-Geräten schwankt die Qualität dagegen von Hersteller zu Hersteller, weil die Rechenlast unterschiedlich gelöst wird.

Wenn Sie ein iPhone besitzen, ist die Codec-Frage damit beantwortet. Ein Kopfhörer mit LDAC bringt Ihnen an diesem Gerät nichts.

Ein Codec, den Ihr Smartphone nicht beherrscht, ist auf dem Datenblatt des Kopfhörers ein toter Buchstabe.

aptX und LDAC lohnen sich nur auf Android und nur ohne ANC-Kompromiss

aptX kommt von Qualcomm und steckt vor allem in Android-Geräten mit Snapdragon-Chip.

Die Variante aptX HD überträgt 576 kbit/s, aptX Adaptive regelt die Rate je nach Funkqualität dynamisch nach unten.

LDAC von Sony ist mit 990 kbit/s die Spitze der Liste.

Der entscheidende Satz dazu steht selten in der Werbung: Diese 990 kbit/s hält die Verbindung in der Praxis oft nicht.

In der Bahn, im Büro oder in einer Wohnung mit vielen WLAN-Netzen schaltet LDAC automatisch auf 660 oder 330 kbit/s zurück.

Bei 330 kbit/s liegt LDAC dann unter dem, was AAC leistet.

Wer LDAC dauerhaft mit 990 kbit/s fahren will, muss in den Android-Entwickleroptionen die Priorität auf Klangqualität stellen — und Verbindungsabbrüche in Kauf nehmen.

Was Sie stattdessen prüfen sollten

Der Codec ist die kleinste der drei Stellschrauben.

Die Passform bestimmt, wie viel Bass überhaupt am Trommelfell ankommt. Ein undichter Sitz kostet mehr Klang als jeder Codec-Wechsel.

Die Abstimmung des Kopfhörers bestimmt den Rest. Zwei Modelle mit identischem Codec klingen völlig unterschiedlich.

Und die Quelle bestimmt die Obergrenze: Ein Stream mit 128 kbit/s wird durch LDAC nicht besser, sondern nur unverändert übertragen.

Ein realistischer Test dauert zwei Minuten. Spielen Sie dasselbe Stück einmal per Kabel und einmal per Funk.

Hören Sie keinen Unterschied, ist die Codec-Frage für Sie erledigt.

Für Android-Nutzer mit hochauflösenden Abos bleibt LDAC das sinnvollste Ausstattungsmerkmal. Wie sich das im Alltag anfühlt, zeigt der Sony WH-1000XM5 im Test: 5 Zahlen, die erklären, warum er sich 2026 noch verkauft.

Mit LE Audio und dem Codec LC3 steht ohnehin die nächste Stufe an: gleiche Qualität bei etwa der halben Datenrate, dazu spürbar weniger Verzögerung.

Neue Kopfhörer bringen das seit 2024 mit. Ob Ihr Smartphone es nutzt, steht in dessen Datenblatt, nicht im Prospekt des Kopfhörers.

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