Beide GerĂ€te regeln dieselbe GröĂe: die relative Luftfeuchte im Raum. Nur eben in entgegengesetzter Richtung.
Welches Sie brauchen, steht nicht in der GerĂ€tebeschreibung. Es steht auf einem Hygrometer fĂŒr unter 15 âŹ.
Kaufen Sie das zuerst. Alles andere ist geraten.
Erst messen, dann entscheiden â der Zielkorridor liegt bei 40 bis 60 Prozent
Unterhalb von 40 Prozent trocknen SchleimhÀute und Augen aus, Holzmöbel arbeiten, statische Aufladung nimmt zu.
Oberhalb von 60 Prozent beginnt der Bereich, in dem Schimmelpilze auf kĂŒhlen Bauteilen wachsen können.
GrĂŒn markiert den Zielkorridor von 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchte.
Genau hier liegt der deutsche Sonderfall.
Seit der GebĂ€udesanierung sind Wohnungen dicht. Fenster schlieĂen luftdicht, Fugen sind verklebt, der frĂŒhere unfreiwillige Luftwechsel ist weg.
Eine vierköpfige Familie gibt durch Atmen, Duschen, Kochen und WÀschetrocknen rund zehn Liter Wasser pro Tag an die Raumluft ab.
In einer dichten Wohnung bleibt dieses Wasser drin, bis jemand das Fenster öffnet. Ein Befeuchter kommt dann als Zusatzquelle obendrauf.
Trockene Heizungsluft ist ein WinterphÀnomen, kein Dauerzustand
Der klassische Fall fĂŒr einen Luftbefeuchter ist eng umrissen.
DrauĂen sind es minus 5 Grad, die kalte AuĂenluft trĂ€gt kaum Wasser, drinnen wird sie auf 21 Grad erwĂ€rmt â und fĂ€llt dabei auf 25 bis 30 Prozent relative Feuchte.
Dann ist ein Befeuchter sinnvoll, meist von Dezember bis Februar.
Im Rest des Jahres steht das GerÀt ungenutzt herum, und in vielen Altbauwohnungen tritt dieser Fall gar nicht erst ein.
Zu viel Feuchte zeigt sich zuerst an der kÀltesten Stelle des Raums
Schimmel entsteht nicht bei 60 Prozent Raumfeuchte an sich.
Er entsteht dort, wo warme, feuchte Luft auf eine kalte OberflĂ€che trifft: Fensterlaibung, AuĂenwandecke hinter dem Schrank, unbeheiztes Schlafzimmer.
An dieser Stelle steigt die örtliche Feuchte weit ĂŒber den gemessenen Raumwert.
Ein Befeuchter im falschen Raum verschiebt kein Wohlbefinden, sondern die Taupunktgrenze in Richtung AuĂenwand.
Kernpunkt: Stellen Sie einen Luftbefeuchter nie ohne Hygrometer in ein Schlafzimmer, das Sie nachts kaum heizen. Genau dort kippt der Raum am schnellsten ĂŒber 60 Prozent.
Der Vergleich in vier Zeilen
| Situation | Messwert | Richtiges GerÀt |
|---|---|---|
| Heizperiode, Neubau, Reizhusten | unter 40 % | Luftbefeuchter |
| GanzjĂ€hrig, dichte Wohnung | 40â60 % | keines, nur lĂŒften |
| WĂ€sche in der Wohnung, Bad ohne Fenster | 60â70 % | Luftentfeuchter |
| Beschlagene Scheiben, Stockflecken | ĂŒber 70 % | Luftentfeuchter plus Ursachensuche |
Bei ĂŒber 70 Prozent hilft kein GerĂ€t allein weiter.
Dann steht die Ursache im Vordergrund: eine WĂ€rmebrĂŒcke, ein undichtes Dach, aufsteigende Feuchte im Keller.
Ein Entfeuchter senkt in diesem Fall die Anzeige, nicht das Problem. Er kauft Zeit bis zur Sanierung, mehr nicht.
Schimmel in InnenrĂ€umen: die amtliche EinordnungUmweltbundesamt â
Zwei praktische Konsequenzen fĂŒr den Kauf
Erstens: Ein Hygrometer je Wohnraum, nicht eines fĂŒr die ganze Wohnung.
Schlafzimmer und Bad liegen regelmĂ€Ăig 10 bis 15 Prozentpunkte ĂŒber dem Wohnzimmer, weil dort Feuchte entsteht und weniger geheizt wird.
Zweitens: Kaufen Sie ein GerÀt mit Hygrostat, also mit eigener Feuchtemessung und Abschaltung.
Ein Befeuchter ohne Abschaltung lĂ€uft im schlecht beheizten Schlafzimmer die ganze Nacht gegen einen Wert, den er lĂ€ngst ĂŒberschritten hat.
Wenn die Messung tatsĂ€chlich dauerhaft unter 40 Prozent liegt, lohnt der Blick auf konkrete GerĂ€te â etwa unseren Test zum Levoit Classic 300S im Test: Die 5 Zahlen, die entscheiden.
Und wenn sie ĂŒber 60 liegt, sparen Sie sich den Befeuchter und lĂŒften Sie stattdessen zweimal tĂ€glich fĂŒr fĂŒnf Minuten quer.
