Ein H13-Filter hĂ€lt mindestens 99,95 Prozent der schwierigsten Partikel zurĂŒck, ein H14-Filter mindestens 99,995 Prozent.
Der Unterschied betrÀgt 0,045 Prozentpunkte.
Anders gerechnet passieren bei H13 fĂŒnf von 10.000 Partikeln, bei H14 ein halbes.
In einer Wohnung entscheidet diese Differenz praktisch nie ĂŒber die LuftqualitĂ€t.
Der Luftdurchsatz des GerÀts tut es fast immer.
Die Norm prĂŒft am schwierigsten Partikel, nicht am kleinsten
Beide Klassen stammen aus der europÀischen Norm EN 1822.
GeprĂŒft wird am sogenannten MPPS, der am schwersten abzuscheidenden PartikelgröĂe.
Sie liegt je nach Medium zwischen 0,1 und 0,3 Mikrometern.
GröĂere Partikel prallen auf die Fasern oder werden abgesperrt.
Kleinere bewegen sich durch StoĂeinwirkung der LuftmolekĂŒle auf Zickzackbahnen und treffen dabei erst recht auf eine Faser.
Dazwischen liegt das Minimum, und genau dort wird gemessen.
Die oft zitierte Angabe "99,97 Prozent bei 0,3 Mikrometern" stammt dagegen aus der amerikanischen Definition und ist mit den H-Klassen nicht deckungsgleich.
| Klasse | Abscheidegrad integral | lokaler Mindestwert | Durchlass je 10.000 Partikel |
|---|---|---|---|
| E12 | 99,5 % | nicht geprĂŒft | 50 |
| H13 | 99,95 % | 99,75 % | 5 |
| H14 | 99,995 % | 99,975 % | 0,5 |
Der entscheidende Sprung liegt zwischen E und H, nicht zwischen H13 und H14
Filter der Klassen E10 bis E12 werden nur als Ganzes geprĂŒft.
Ab H13 verlangt die Norm zusÀtzlich eine Abtastung der gesamten FilterflÀche.
Ein PrĂŒfkopf fĂ€hrt das Medium ab und sucht lokale Schwachstellen, etwa eine feine Falte im Vlies oder eine undichte Verklebung am Rahmen.
Deshalb tragen nur H13 und H14 offiziell die Bezeichnung HEPA.
Wer ein GerĂ€t mit "E11" oder "HEPA-artig" im Datenblatt sieht, kauft ein anderes PrĂŒfniveau.
Dichteres Medium bedeutet mehr Druckverlust und weniger Luft
Ein H14-Vlies ist feiner gesponnen und stÀrker verdichtet.
Derselbe Ventilator drĂŒckt dadurch weniger Luft hindurch.
Das GerÀt verliert Reinluftleistung oder muss lauter drehen, um sie zu halten.
Diese Rechnung geht in einem Wohnraum fast immer zulasten von H14.
Die Raumluft lÀuft nÀmlich mehrfach durch das GerÀt.
Nach zwei DurchgÀngen durch einen H13-Filter sind rechnerisch 99,9999 Prozent der Partikel entfernt.
Ein GerĂ€t, das die Raumluft fĂŒnfmal pro Stunde umwĂ€lzt, schlĂ€gt damit jedes langsamere Modell mit höherer Klasse.
Die Klasse beschreibt das Filtermedium. Was im Zimmer ankommt, entscheidet der Weg der Luft um den Filter herum.
Undichtigkeiten am Rahmen entwerten jede Klasse
Der hÀufigste Schwachpunkt sitzt nicht im Vlies, sondern daneben.
Sitzt die Kassette locker im GehÀuse, strömt ein Teil der Luft ungefiltert vorbei.
Schon ein Nebenweg von einem Prozent lÀsst mehr Partikel durch, als H13 und H14 zusammen unterscheidet.
PrĂŒfen Sie deshalb beim Filterwechsel die Dichtlippe und den festen Sitz des Deckels.
Ein Nachbaufilter mit leicht abweichenden MaĂen ist der typische Auslöser.
FĂŒr Pollen, Hausstaub und Feinstaub genĂŒgt H13
Pollen messen 10 bis 100 Mikrometer, Milbenkot etwa 10, Feinstaub der Fraktion PM2,5 höchstens 2,5.
Alle drei liegen weit oberhalb des kritischen Bereichs und werden von H13 zuverlÀssig gehalten.
H14 und die darĂŒber liegenden Klassen U15 bis U17 stammen aus der Reinraum- und Labortechnik.
Dort geht es um OperationssÀle und Chipfertigung, nicht um Wohnzimmer.
Achten Sie beim Kauf deshalb zuerst auf die Reinluftleistung fĂŒr Ihre RaumgröĂe, wie in unserem Test des Blueair Blue Pure 311i Max beschrieben.
Feinstaub: GröĂenklassen und Grenzwerte nachlesenUmweltbundesamt â
