Auf einen Blick
- Faustregel: 10 ml pro Stunde je Quadratmeter Wohnfläche
- 30 m² bei 2,50 m Höhe: 75 m³ Raumvolumen, rund 300 ml/h
- Anhebung von 30 auf 45 Prozent: etwa 195 ml Wasser einmalig
- Tank für eine Nacht: mindestens 4 Liter bei 300 ml/h
Rechnen Sie mit 10 Millilitern pro Stunde je Quadratmeter.
Für einen Raum von 30 Quadratmetern heißt das rund 300 Milliliter pro Stunde.
Diese Faustregel trifft den Bedarf in einer normal gedämmten Wohnung erstaunlich genau. Sie stammt aus der Auslegungspraxis der Hersteller und rechnet den Verlust durch Lüftung bereits mit ein.
Sie ersetzt die Rechnung aber nicht, wenn Ihre Decken hoch sind oder das Gerät nachts leise laufen soll.
Der Rechenweg selbst dauert drei Minuten und braucht nichts außer einem Hygrometer für wenige Euro.
Der Bedarf ergibt sich aus Raumvolumen, Feuchtedifferenz und Luftwechsel
Ein Luftbefeuchter füllt kein Zimmer, sondern ein Volumen.
Und er füllt es nicht einmal, sondern laufend nach, weil Luft entweicht.
Beide Größen bestimmen gemeinsam, welche Leistung sinnvoll ist.
Schritt 1: Rechnen Sie mit dem Volumen, nicht mit der Fläche
Multiplizieren Sie die Grundfläche mit der Raumhöhe.
30 Quadratmeter bei einer üblichen Höhe von 2,50 Metern ergeben 75 Kubikmeter.
Im Altbau mit 3,20 Metern sind es schon 96 Kubikmeter, also 28 Prozent mehr.
Offene Durchgänge zu Flur oder Küche zählen Sie anteilig dazu.
Ein Gerät, das nur für den Schlafbereich gedacht ist, gehört hinter eine geschlossene Tür. Andernfalls befeuchten Sie die halbe Wohnung mit der Leistung für ein Zimmer.
Schritt 2: Bestimmen Sie die Feuchtedifferenz in Gramm
Warme Luft bei 20 Grad fasst maximal 17,3 Gramm Wasser je Kubikmeter.
Bei 30 Prozent relativer Feuchte enthält sie davon 5,2 Gramm, bei 45 Prozent 7,8 Gramm.
Die Differenz beträgt also 2,6 Gramm je Kubikmeter.
Auf 75 Kubikmeter hochgerechnet fehlen dem Raum rund 195 Gramm Wasser, umgerechnet knapp zwei Zehntelliter.
Diese Menge bringt praktisch jedes Gerät innerhalb einer Stunde ein. Ohne Hygrometer bleibt der Ausgangswert allerdings geraten.
Der eigentliche Aufwand beginnt danach.
Schritt 3: Der Luftwechsel bestimmt den Dauerbedarf
Eine bewohnte Wohnung tauscht durch Fugen, Türen und Stoßlüften etwa die Hälfte ihrer Luft pro Stunde aus.
Damit verschwindet stündlich rund die Hälfte der eingebrachten Feuchte nach draußen. Je dichter die Fenster schließen, desto kleiner fällt dieser Verlust aus.
Hinzu kommt, was Wände, Textilien und Möbel aufnehmen und was an kalten Fensterlaibungen niederschlägt.
Aus den 195 Gramm Anfangsbedarf wird so ein Dauerbedarf in der Größenordnung von 300 Millilitern pro Stunde.
Der Luftwechsel ist der Grund, warum ein Luftbefeuchter nie fertig wird.
Richtwerte für 2,50 Meter Raumhöhe und eine Zielfeuchte von 45 Prozent.
Die Herstellerangabe gilt für die höchste Stufe
Die Zahl auf dem Karton entsteht im Labor bei voller Ventilatordrehzahl.
Genau diese Stufe ist im Schlafzimmer meist zu laut, und die meisten Nutzer drosseln nachts auf die niedrigste Einstellung.
Auf Stufe eins bleibt je nach Bauart nur ein Drittel bis die Hälfte der Nennleistung übrig.
Kaufen Sie deshalb bewusst eine Nummer größer und fahren Sie das Gerät gedrosselt.
Der Levoit LV600S etwa nennt 600 Milliliter pro Stunde und deckt damit auch bei halber Leistung noch 30 Quadratmeter ab.
Überschüssige Leistung schadet nicht, solange eine Regelung sie begrenzt.
Ein Hygrostat misst die Raumfeuchte und schaltet bei Erreichen des Zielwerts ab.
Fehlt er, feuchten Sie den Raum über 60 Prozent hinaus, und das ist der Bereich, in dem Schimmel wächst.
Die Tankgröße folgt am Ende aus der Leistung: 300 Milliliter pro Stunde entleeren einen Vier-Liter-Tank in gut 13 Stunden.
Was das Umweltbundesamt zur Innenraumluft empfiehltUmweltbundesamt →
