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Weißer Staub um den Luftbefeuchter: Das ist der Kalk aus Ihrer Leitung

Nahaufnahme einer KĂŒchenarmatur aus Edelstahl ĂŒber einem SpĂŒlbecken

Photo by James Yarema on Unsplash

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Der feine weiße Film auf Nachttisch, Fensterbrett und Bildschirm ist Kalk.

Er stammt nicht aus dem GerĂ€t, sondern aus dem Wasser, das Sie eingefĂŒllt haben.

Ein Ultraschallvernebler schlÀgt das Wasser mit einer Membran zu kaltem Nebel, die mehr als eine Million Mal pro Sekunde schwingt.

Dabei wird nicht nur das Wasser zerstÀubt, sondern alles, was darin gelöst ist.

Das Wasser verdunstet in der Raumluft. Die Mineralien bleiben und sinken als Staub nieder.

Wie viel Kalk das ist, entscheidet Ihr HĂ€rtebereich

Die deutsche WasserhÀrte wird in Grad deutscher HÀrte (°dH) angegeben.

Ein Grad entspricht rund 17,8 Milligramm Calciumcarbonat pro Liter.

Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz teilt drei Bereiche ein: weich unter 8,4 °dH, mittel bis 14 °dH, hart darĂŒber.

Ihr Versorger muss den HÀrtebereich veröffentlichen. Meist steht er auf der Jahresabrechnung, sonst auf dessen Website unter der Trinkwasseranalyse.

In weiten Teilen SĂŒd- und Ostdeutschlands liegt er ĂŒber 14 °dH, in den Mittelgebirgen und Teilen Norddeutschlands deutlich darunter.

Bei 16 °dH sind es rund 310 Gramm im Jahr

Rechnen Sie mit drei Litern TankfĂŒllung pro Tag. Das ist ein realistischer Wert fĂŒr ein Schlafzimmer in der Heizperiode.

Bei 16 °dH enthÀlt jeder Liter etwa 285 Milligramm Kalk.

Das ergibt knapp 0,9 Gramm pro Tag — und ĂŒber eine Heizsaison hinweg mehrere Hundert Gramm.

21 °dH 410 g 16 °dH 310 g 10 °dH 195 g 5 °dH 100 g

Kalkfracht pro Jahr bei drei Litern Leitungswasser tÀglich, gerundet.

Ein Teil davon setzt sich als harter Belag im GerÀt ab, der Rest verteilt sich im Zimmer.

Setzt sich der Staub vor allem in GerÀtenÀhe ab, war die Nebelstufe zu hoch eingestellt.

Die Partikel entstehen beim ZerstĂ€uben in derselben GrĂ¶ĂŸenordnung wie Feinstaub und sind damit lungengĂ€ngig.

GesundheitsschÀden durch Calciumcarbonat in dieser Menge sind nicht belegt.

Wer bereits an Asthma oder einer chronischen Bronchitis leidet, sollte zusÀtzlichen Feinstaub im Schlafraum trotzdem nicht auf sich nehmen.

Sichtbar wird nur der Kalk, der auf glatten FlĂ€chen landet. Der Rest bleibt in der Luft, bis Sie lĂŒften.

Verdampfer und Verdunster haben das Problem nicht

Ein Warmvernebler kocht das Wasser auf und gibt reinen Wasserdampf ab.

Der Kalk bleibt als Belag in der Heizkammer zurĂŒck, wo er Sie Strom kostet, aber nicht als Staub im Raum landet.

Ein Verdunster mit Filtermatte arbeitet Àhnlich sauber: Der Kalk bleibt in der Matte.

Nur der Ultraschallvernebler trĂ€gt die Mineralien in den Raum hinaus. Er ist dafĂŒr der sparsamste der drei Bauarten, und genau deshalb der verbreitetste.

Wie sich die Bauarten sonst unterscheiden, steht in unserem Testbericht zum Levoit LV600S, der beide Betriebsarten beherrscht.

Was hilft, ist entmineralisiertes Wasser

Destilliertes oder entmineralisiertes Wasser aus dem Baumarkt löst das Problem vollstÀndig.

Bei drei Litern tĂ€glich sind das ĂŒber 20 Liter pro Woche, die Sie kaufen und tragen mĂŒssen.

Die Entkalkungskartusche im Tank ist der Alltagskompromiss.

Sie arbeitet als Ionentauscher und ist verbraucht, sobald ihr Harz gesĂ€ttigt ist — je nach WasserhĂ€rte nach wenigen Wochen.

Rechnen Sie die Kartuschen mit ein, bevor Sie ein GerĂ€t wegen des gĂŒnstigen Kaufpreises wĂ€hlen.

Ein Tischwasserfilter senkt die HĂ€rte ebenfalls, aber nur teilweise und mit demselben Folgekostenproblem.

Abkochen und Mineralwasser bringen nichts

Beim Abkochen fÀllt nur die temporÀre HÀrte als Kesselstein aus, und der Rest bleibt gelöst.

Wer das Wasser anschließend nicht sorgfĂ€ltig abgießt, fĂŒllt den Kalk wieder mit ein.

Mineralwasser ist die schlechteste Wahl: Es enthÀlt deutlich mehr gelöste Salze als Leitungswasser.

Wischen hilft ohnehin nur gegen den sichtbaren Teil auf glatten FlÀchen.

Wer den Staub dauerhaft loswerden will, Ă€ndert das Wasser oder die Bauart — alles andere verschiebt das Problem nur.

TrinkwasserqualitĂ€t und HĂ€rtebereiche nachlesenUmweltbundesamt →

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