Ein Ionisator entfernt keine Partikel aus dem Raum. Er sorgt dafĂŒr, dass sie sich absetzen.
Das GerÀt erzeugt an feinen Metallspitzen ein starkes elektrisches Feld. Die Spannung liegt je nach Bauart bei mehreren Kilovolt.
LuftmolekĂŒle werden darin geladen und geben diese Ladung an Staub, Pollen und Rauchpartikel weiter.
Gleich geladene Teilchen stoĂen sich ab, entgegengesetzt geladene ziehen sich an.
So verklumpen die Partikel zu gröĂeren Aggregaten und werden schwerer.
Schwerere Teilchen sinken schneller. Auf den Boden, den Schreibtisch, den Vorhang.
Genau dieser Effekt wird als Reinigung verkauft.
Der Messwert sinkt, die Belastung verschiebt sich nur
Ein FeinstaubmessgerÀt im Raum zeigt nach dem Einschalten tatsÀchlich weniger Partikel an.
Das ist kein Messfehler. Die Luft ist in diesem Moment sauberer.
Nur ist der Staub nicht verschwunden, er liegt jetzt auf den OberflÀchen. Sichtbar wird das als grauer Film auf hellen Möbeln neben dem GerÀt.
Beim nĂ€chsten Staubsaugen, Aufstehen oder LĂŒften wirbelt ein Teil davon wieder auf.
Ein HEPA-Filter hÀlt dieselben Partikel dagegen physisch fest, bis Sie die Kassette tauschen.
Das ist der grundlegende Unterschied zwischen Abscheiden und Absetzen.
Was ein Ionisator aus der Luft nimmt, gibt der Raum bei der nĂ€chsten Bewegung teilweise zurĂŒck.
Ozon entsteht als Nebenprodukt, nicht als Fehler
Wo Luft ionisiert wird, bildet sich aus Sauerstoff auch Ozon.
Die Menge hÀngt von Bauart und Spannung ab, ganz auf null geht sie nie.
Ozon ist ein Reizgas und greift die SchleimhÀute der Atemwege an. Bei Asthma kann es AnfÀlle auslösen, sonst meist Husten und Kopfschmerzen.
Zur Einordnung: FĂŒr die AuĂenluft gilt in der EU ein Zielwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter im Acht-Stunden-Mittel.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ĂŒber denselben Zeitraum 100 Mikrogramm.
In einem geschlossenen Schlafzimmer fehlt die VerdĂŒnnung, die im Freien selbstverstĂ€ndlich ist. Acht Stunden Schlaf sind die denkbar ungĂŒnstigste Expositionsdauer.
Das Umweltbundesamt rÀt deshalb von GerÀten ab, die Ozon gezielt erzeugen.
Ozon: Wirkung und Grenzwerte nachlesenUmweltbundesamt â
Drei sehr verschiedene Bauarten laufen unter demselben Wort
Reine Ionisatoren haben keinen Filter und arbeiten allein ĂŒber die Aufladung.
Elektrostatische Abscheider laden die Partikel auf und fangen sie an einer gegenpoligen Metallplatte wieder ein.
Deren Platte wird gewaschen statt getauscht, Folgekosten entstehen kaum. DafĂŒr sinkt die Abscheideleistung deutlich, sobald die Platte belegt ist.
IonisationsunterstĂŒtzte Filter laden die Partikel nur, damit der nachgeschaltete Vliesfilter sie leichter greift.
Nur die letzte Variante verbindet beide Prinzipien sinnvoll. Die Ionisation ersetzt dort nichts, sie macht den Filter lediglich wirksamer.
Wie das in einem SeriengerÀt gelöst ist, zeigt der Blueair Blue Pure 311i Max im Test: Die 5 Zahlen, die entscheiden.
Beim Kauf entscheidet, ob sich die Funktion abschalten lÀsst
Viele FiltergerÀte haben einen Ionisator zusÀtzlich eingebaut.
Solange er ein eigener MenĂŒpunkt ist, ist das unkritisch. Schalten Sie ihn ab, arbeitet der Filter unverĂ€ndert weiter.
Problematisch sind Modelle, bei denen die Funktion dauerhaft mitlÀuft.
PrĂŒfen Sie das Datenblatt auf eine Angabe zur Ozonemission. Seriöse Hersteller nennen dort einen Wert in Milligramm pro Stunde.
Fehlt sie, ist das kein Beweis fĂŒr ein sauberes GerĂ€t, sondern nur fĂŒr fehlende Angaben.
FĂŒr Haushalte mit Asthma oder kleinen Kindern bleibt die rein filterbasierte Lösung die konservativere Wahl.
Innenraumluft: Empfehlungen des BundesamtsUmweltbundesamt â

