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Hygrometer prüfen: Der Salztest zeigt in zwölf Stunden, ob Ihr Messgerät stimmt

Nahaufnahme eines analogen Hygrometers mit Zeiger und Skala

Photo by André Julien on Unsplash

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Auf einen Blick

  • Referenzwert: 75 Prozent relative Feuchte über gesättigter Kochsalzlösung
  • Dauer: 8 bis 12 Stunden im geschlossenen Beutel
  • Toleranz: ±3 Prozentpunkte gelten als gut, ab 10 lohnt kein Nachstellen
  • Material: 1 Esslöffel Speisesalz, wenige Tropfen Wasser, ein Gefrierbeutel
  • Temperatur: konstant halten, idealerweise um 20 °C

Ein Hygrometer, das nie geprüft wurde, ist eine Vermutung mit Nachkommastelle.

Günstige Geräte weichen ab Werk um fünf bis zehn Prozentpunkte ab.

Bei einer Zielspanne von 40 bis 60 Prozent entscheidet das über richtig und falsch.

Prüfen lässt sich der Fehler zu Hause, mit Salz.

Über gesättigter Salzlösung stellen sich immer 75 Prozent ein

In einem geschlossenen Behälter hält eine gesättigte Salzlösung die relative Feuchte auf einem festen Wert.

Bei Natriumchlorid sind das 75,3 Prozent bei 20 °C.

Das ist eine physikalische Konstante, kein Erfahrungswert.

Zwischen 15 und 25 °C verschiebt sie sich nur um wenige Zehntel.

Deshalb taugt sie als Referenz, ohne dass Sie ein Labor brauchen.

So läuft der Test in fünf Schritten ab

  1. Geben Sie etwa einen Esslöffel Speisesalz in einen Flaschendeckel oder kleinen Becher.
  2. Träufeln Sie so viel Wasser hinzu, dass das Salz feucht ist, aber nicht schwimmt.
  3. Stellen Sie Becher und Hygrometer zusammen in einen verschließbaren Gefrierbeutel.
  4. Drücken Sie die Luft grob heraus und verschließen Sie den Beutel dicht.
  5. Lesen Sie nach acht bis zwölf Stunden ab, ohne den Beutel zu öffnen.

Der Beutel liegt dabei an einem Ort ohne Zugluft und ohne direkte Sonne.

Temperaturschwankungen verfälschen das Ergebnis stärker als jede Ungenauigkeit des Geräts.

Ein Blick zwischendurch kostet nichts, ein Öffnen dagegen den ganzen Durchlauf.

75 % Referenz Anzeige 68 %

Das grüne Band markiert die Toleranz von 72 bis 78 Prozent. Ein Gerät, das im Beutel 68 Prozent anzeigt, misst sieben Prozentpunkte zu niedrig.

Ein Messgerät, dem Sie nicht trauen können, ist teurer als keines — es begründet falsche Entscheidungen.

Drei Prozentpunkte Abweichung sind gut, zehn sind Ausschuss

Zeigt das Hygrometer zwischen 72 und 78 Prozent, arbeitet es zuverlässig genug.

Bis etwa fünf Prozentpunkte Abweichung rechnen Sie den Fehler künftig einfach heraus.

Notieren Sie ihn mit Bleistift auf der Rückseite des Geräts.

Manche digitalen Modelle lassen sich justieren, meist über eine versenkte Taste, die Sie einige Sekunden halten.

Analoge Zeigergeräte haben oft eine Stellschraube hinter dem Ziffernblatt.

Liegt die Abweichung über zehn Prozentpunkten, hilft kein Nachstellen mehr.

Dann ist der Sensor gealtert oder verstaubt, und ein Ersatz kostet weniger als der Ärger.

Wo das Gerät hängt, entscheidet mit über den Wert

Messen Sie nie direkt neben dem Luftbefeuchter.

Dort ist die Luft feuchter als im übrigen Raum, und das Gerät regelt zu früh ab.

Auch Fensterbank und Außenwand taugen nicht, weil die kältere Fläche die relative Feuchte rechnerisch hochtreibt.

Sinnvoll ist eine Innenwand in Brusthöhe, mit Abstand zu Heizkörper und Tür.

Ein eingebauter Sensor im Befeuchter löst dieses Problem nicht automatisch, wie der Levoit Classic 300S im Test: Die 5 Zahlen, die entscheiden zeigt.

Wer die Feuchte dauerhaft über 60 Prozent hält, riskiert Schimmel an der kältesten Stelle des Raums.

Schimmel in Innenräumen: Leitfaden des BundesamtsUmweltbundesamt

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