Multipoint bedeutet, dass ein Bluetooth-Kopfhörer zu zwei Quellgeräten gleichzeitig eine Verbindung hält.
Verbunden heißt dabei nicht wiedergebend.
Der Ton kommt immer nur von einem der beiden Geräte, das andere wartet im Hintergrund.
Der Nutzen liegt genau in diesem Warten: Sie müssen den Kopfhörer nicht mehr neu koppeln, wenn das Telefon klingelt.
Zwei Verbindungen, eine Wiedergabe
Technisch baut der Kopfhörer zwei getrennte Bluetooth-Verbindungen auf, eine zum Notebook und eine zum Telefon.
Beide bleiben dauerhaft bestehen und tauchen auf beiden Geräten als aktiv verbunden auf.
Der Kopfhörer entscheidet dann, welcher Datenstrom auf die Treiber gelegt wird.
Diese Entscheidung trifft er nicht frei, sondern nach einer festen Rangfolge.
Diese Rangfolge legt der Hersteller in der Firmware fest, und sie unterscheidet sich zwischen den Marken spürbar.
Anrufe stehen immer über Musik
Ein eingehender Anruf hat auf allen gängigen Modellen Vorrang.
Läuft gerade ein Video auf dem Notebook, pausiert oder stummschaltet der Kopfhörer diesen Kanal und schaltet auf das Telefon.
Nach dem Auflegen kehrt er zur vorherigen Quelle zurück, bei Videowiedergabe allerdings nicht immer an dieselbe Stelle.
Bei Musik gilt die Regel umgekehrt: Wer zuerst spielt, behält den Kanal.
Starten Sie auf dem zweiten Gerät eine Wiedergabe, übernimmt in der Regel das zuletzt gestartete Gerät.
Drücken Sie stattdessen nur Pause auf dem ersten, wechselt der Ton meist nicht von allein.
Multipoint spart keine Sekunde Hörzeit, sondern die halbe Minute, die sonst im Bluetooth-Menü vergeht.
Mit Multipoint fällt der hochauflösende Codec oft weg
Zwei parallele Verbindungen kosten Funkkapazität, weil sich beide dieselben Zeitfenster im 2,4-Gigahertz-Band teilen.
Viele Hersteller lösen das, indem sie bei aktivem Multipoint auf die sparsameren Codecs zurückschalten.
In der Praxis heißt das: AAC oder SBC statt LDAC oder aptX Adaptive.
Kernpunkt: Bei den meisten Kopfhörern schließen sich Multipoint und der hochauflösende Codec gegenseitig aus. Die App lässt beides zugleich schlicht nicht zu.
Hörbar ist der Unterschied bei komprimierter Musik über Bluetooth selten, in einer lauten Umgebung praktisch nie.
Wer die höhere Datenrate braucht, schaltet Multipoint für diese Hörsitzung einfach ab.
Für Telefonate und Videokonferenzen spielt der Codec ohnehin keine Rolle, weil dort ein schmalbandiges Sprachprofil greift.
Aktivieren lässt sich Multipoint fast nur in der App
Auf den meisten Modellen ist die Funktion ab Werk ausgeschaltet, bei einigen Herstellern ist sie seit 2024 standardmäßig aktiv.
Der Schalter sitzt in der Hersteller-App, nicht in den Bluetooth-Einstellungen des Telefons.
Bei Sony heißt die Option sinngemäß Verbindung mit zwei Geräten, bei Bose steht sie unter den Verbindungseinstellungen.
Nach dem Einschalten koppeln Sie das zweite Gerät einmal regulär neu, meist über den Kopplungsmodus am Kopfhörer.
Erst danach hält der Kopfhörer beide Verbindungen parallel.
Welche Modelle die Funktion zuverlässig umsetzen, zeigt unser Sony WH-1000XM5 im Test.
Wenn die Umschaltung hakt
Der häufigste Fehler ist ein drittes gekoppeltes Gerät in Reichweite.
Multipoint bedeutet genau zwei aktive Verbindungen, nicht zwei beliebige aus einer langen Kopplungsliste.
Löschen Sie ungenutzte Kopplungen, etwa vom alten Tablet oder vom Fernseher. Die Liste im Kopfhörer selbst räumt nur die App auf.
Der zweithäufigste Fall ist ein veralteter Firmwarestand des Kopfhörers.
Hersteller haben die Umschaltlogik in den vergangenen Jahren mehrfach nachgebessert, ausgeliefert wird sie über die App.
Bleibt der Ton nach einem Anruf stumm, hilft fast immer, die Wiedergabe am Quellgerät einmal manuell neu zu starten.
Und wenn zwei Geräte gleichzeitig Ton senden, gewinnt nicht das lautere, sondern das zuletzt gestartete.
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