Auf einen Blick
- Zeitaufwand: rund 10 Minuten fĂŒr alle GröĂen
- Im Lieferumfang: meist drei Paare (S, M, L), bei manchen Modellen vier
- Ab Werk montiert: immer die mittlere GröĂe
- Zuerst betroffen bei undichtem Sitz: alles unterhalb von etwa 200 Hertz
- SilikonaufsÀtze tauschen: etwa alle sechs Monate
Die GröĂe, die ab Werk auf Ihren Ohrhörern sitzt, ist keine Empfehlung.
Es ist die mittlere von drei GröĂen, montiert fĂŒr den Versand.
Hersteller wÀhlen sie, weil sie statistisch die wenigsten Reklamationen erzeugt.
Ob sie zu Ihrem Gehörgang passt, hat niemand geprĂŒft. Genau diese PrĂŒfung entscheidet ĂŒber den Klang, den Sie danach beurteilen.
Die Abdichtung bestimmt, wie viel Schall ĂŒberhaupt ankommt
Ein In-Ear-Ohrhörer erzeugt seinen Bass in einem abgeschlossenen Luftvolumen zwischen Treiber und Trommelfell. Dieses Volumen ist kleiner als ein Fingerhut.
Bleibt ein Spalt zum Gehörgang offen, entweicht der aufgebaute Druck, bevor er das Trommelfell erreicht.
Tiefe Töne brauchen die gröĂten Auslenkungen und verschwinden deshalb zuerst.
Der Klang wirkt dann dĂŒnn und mittenlastig, nicht etwa leise.
Genau diese Beschreibung fĂŒhrt regelmĂ€Ăig zu RĂŒckgaben von GerĂ€ten, die technisch einwandfrei arbeiten.
Der Fehler liegt dann nicht im Ohrhörer, sondern in einem drei Zentimeter langen Gehörgang.
Die aktive GerĂ€uschunterdrĂŒckung leidet zusĂ€tzlich, und zwar ĂŒberproportional.
Sie arbeitet gegen den Restschall, der trotz Abdichtung ankommt â ist die Abdichtung schlecht, muss sie ein Vielfaches davon kompensieren.
Ein Ohrhörer, der nicht abdichtet, verliert zuerst den Bass und danach die halbe GerĂ€uschunterdrĂŒckung.
So finden Sie die passende GröĂe in zehn Minuten
Beginnen Sie mit der montierten mittleren GröĂe und setzen Sie beide Hörer ein.
Drehen Sie den Hörer beim Einsetzen leicht nach hinten, statt ihn gerade hineinzudrĂŒcken. Der Gehörgang verlĂ€uft nicht geradeaus.
Spielen Sie ein StĂŒck mit deutlichem und gleichmĂ€Ăigem Bass ab und merken Sie sich den Eindruck.
Ziehen Sie nun einen Hörer einen Millimeter weit heraus und hören Sie genau auf die VerÀnderung.
Wird der Bass sofort deutlich dĂŒnner, saĂ der Hörer vorher dicht.
Ăndert sich fast nichts, war er schon vorher undicht â dann ist die nĂ€chstgröĂere GröĂe fĂ€llig.
Wiederholen Sie den Durchgang mit der groĂen und anschlieĂend mit der kleinen GröĂe.
Achten Sie im zweiten Durchgang auf Druck: Der richtige Aufsatz dichtet ab, ohne nach zehn Minuten zu drĂŒcken.
Ein Aufsatz, der nur mit Kraft hineingeht, ist zu groĂ und wird im Laufe des Tages unangenehm.
Viele Hersteller-Apps bieten zusĂ€tzlich einen automatischen Dichtigkeitstest, der ein Testsignal ĂŒber die Innenmikrofone misst.
Dieser Test ersetzt den Höreindruck nicht, bestÀtigt ihn aber zuverlÀssig. Er lÀuft in wenigen Sekunden und lÀsst sich beliebig wiederholen.
Beide Ohren brauchen nicht dieselbe GröĂe
GehörgÀnge sind selten symmetrisch, weder in der Weite noch im Verlauf.
Es ist völlig normal, links M und rechts L zu tragen.
Genau das ĂŒbersehen die meisten, weil die AufsĂ€tze paarweise verpackt sind.
Wenn ein Hörer regelmĂ€Ăig lockerer sitzt als der andere, tauschen Sie nur diese eine Seite gegen die nĂ€chste GröĂe.
Bewahren Sie die ĂŒbrigen GröĂen auf, denn Silikon hĂ€rtet mit der Zeit aus.
Ohrenschmalz und Hautfett beschleunigen diesen Vorgang zusÀtzlich.
Ein ausgehĂ€rteter Aufsatz dichtet schlechter, auch wenn die GröĂe rechnerisch weiterhin stimmt.
Wenn es trotzdem nicht dicht wird
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | MaĂnahme |
|---|---|---|
| Bass dĂŒnn, Stimmen klar | Aufsatz zu klein | Eine GröĂe gröĂer testen |
| Hörer rutscht beim Kauen heraus | Aufsatz zu klein oder zu glatt | GröĂer wĂ€hlen oder Schaumstoffaufsatz |
| DruckgefĂŒhl nach 15 Minuten | Aufsatz zu groĂ | Eine GröĂe kleiner testen |
| GerĂ€uschunterdrĂŒckung schwankt beim Gehen | Sitz nicht stabil | Hörer beim Einsetzen leicht drehen |
| Nur eine Seite klingt dumpf | Schmutz im Schallkanal | Sieb reinigen, nicht die GröĂe wechseln |
SchaumstoffaufsĂ€tze werden vor dem Einsetzen zusammengedrĂŒckt und dehnen sich im Gehörgang wieder aus.
Sie dichten dadurch breiter ab als Silikon und verzeihen eine ungenaue GröĂenwahl.
Sie kosten dafĂŒr etwas Höhenauflösung und mĂŒssen hĂ€ufiger ersetzt werden, in der Praxis etwa alle drei Monate.
Beim Sport und unter einem Fahrradhelm sind sie dennoch oft die stabilere Lösung.
Welche Passformhilfen ein aktuelles Spitzenmodell mitbringt, zeigt unser Sony WF-1000XM6 im Test.
